Kaskoversicherung

Anders als die KFZ-Haftpflichtversicherung ist eine Kaskoversicherung keine gesetzlich vorgeschriebene Versicherung. Das hat einen guten Grund: Das Risiko, das mit dem Verzicht auf eine Versicherung einhergeht, ist auf den Totalverlust des Fahrzeugwertes begrenzt und im Zweifelsfall vom Besitzer des Fahrzeugs allein zu tragen. Der Verzicht auf eine Kaskoversicherung ist vergleichbar mit dem Verzicht auf eine Hausratversicherung: Im schlimmsten Fall muss der Besitzer des Hausrates dessen vollständige Zerstörung allein stemmen – Dritte sind aber nicht involviert.

Da es sich nicht um eine Pflichtversicherung handelt, ist das Ausmaß der staatlichen Regulierung bei Kaskoversicherungen deutlich geringer als bei KFZ-Haftpflichtversicherungen. Der Gesetzgeber schreibt keine Mindestdeckungssummen vor und verzichtet auch auf verbindliche Standards beim Umfang des Versicherungsschutzes. Dies nutzen die Versicherungsunternehmen am Markt vor der Hintergrund eines intensiven Wettbewerbs zu einer Differenzierung ihrer Angebote.

Dennoch ist der Markt für Kaskoversicherungen kein undurchdringlicher Tarifdschungel. Die wesentlichen Unterschiede finden sich bei Ersatzleistungen (z. B. Die Übernahme von Kosten für Mietwagen) und dem erweiterten Leistungsumfang (zum Beispiel Marderbisse). Im Kern sind die meisten Policen sehr ähnlich.

Die Gretchenfrage: Vollkasko oder Teilkasko?

Die zentrale Frage für viele Autokäufer betrifft die Art der Kaskoversicherung. Der Versicherungsschutz der Teilkaskoversicherung ist geringer als jener der Vollkaskoversicherung, dafür sind die Prämien mitunter (aber nicht immer!) deutlich niedriger.

Die Teilkaskoversicherung versichert das versicherte Fahrzeug nebst mitversicherter Teile gegen Brand und Explosion, Diebstahl und Raub, Sturm, Hagel, Blitzschlag und Überschwemmung, Zusammenstoß mit Haarwild, Glasbruch und Kurzschlussschäden an der Verkabelung. Der Schutz der Vollkaskoversicherung schließt zusätzlich Unfälle des versicherten Fahrzeugs sowie mut- und böswillige Handlungen von Personen mit ein, die zum Gebrauch des Fahrzeugs nicht berechtigt sind.

Welche Versicherung die richtige Wahl ist, hängt vom Einzelfall ab. Manche „Volksweisheiten“ lehren, dass Neufahrzeuge in den ersten vier Jahren durch eine Vollkaskoversicherung geschützt werden sollten und danach die Beschränkung auf eine Teilkaskoversicherung sinnvoll sei. Von derlei Pauschalierungen ist dringend abzuraten.

Neben dem Wert des zu versichernden Fahrzeugs sollte der tatsächliche Beitragsunterschied zwischen Vollkasko- und Teilkasko die zentrale Entscheidungsgrundlage sein. Versicherungen für sehr geringwertige Fahrzeuge lohnen sich in der Regel gar nicht, weil im Beitrag stets auch Fixkostenumlagen enthalten sind, die bei einer niedrigen Versicherungssumme zu einem unangemessen hohen Beitrag führen.

Eine Vollkaskoversicherung kann in Relation zu einer Teilkaskoversicherung die günstigere Wahl sein. Das ist dann der Fall, wenn ein Versicherer hohe Rabatte für Beitragsjahre ohne Versicherungsfälle (Schadenfreiheitsrabatte) vorsieht und der Versicherungsnehmer eine längere Zeit unfallfrei gefahren ist. Nicht selten reduziert sich dadurch der Beitrag in der Vollkaskoversicherung auf 30 Prozent des Basisbeitrags. In der Teilkaskoversicherung hingegen müssen stets 100 Prozent des (niedrigeren) Basisbeitrags gezahlt werden, weil keine Schadenfreiheitsrabatte angeboten werden.

Vor allem bei überdurchschnittlich wertvollen Fahrzeugen kommt es vor, dass die Prämie der Vollkaskoversicherung in etwa auf dem Niveau des Beitrags zur Teilkaskoversicherung liegt, wenn der Versicherungsnehmer den höchsten Schadenfreiheitsrabatt erhält. Verbraucher sollten sich deshalb keineswegs vorschnell für eine der beiden Versicherungsarten entscheiden, sondern zunächst Angebote für beide Varianten einholen.

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