Bedeutung in der deutschen Versicherungswirtschaft

Das Beitragsaufkommen in der KFZ-Versicherung erreichte nach Angaben des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft im Jahr 2011 ein Volumen von 20,9 Mrd. Euro. Gemessen daran ist der KFZ-Versicherungsmarkt der drittgrößte Versicherungszweig in Deutschland nach der privaten Krankenversicherung (34,9 Mrd. Euro Beitragsaufkommen im Jahr 2011) und der Lebensversicherung (85,2 Mrd. Euro).

Von den 20,9 Mrd. Euro entfielen 12,5 Mrd. Euro auf die KFZ-Haftpflichtversicherung. 6,8 Mrd. Euro nahmen die deutschen Versicherungsunternehmen (soweit sie Mitglied im GDV sind) mit Vollkaskoversicherungen ein, 1,4 Mrd. Euro Einnahmen wurden mit Teilkaskopolicen erlöst.

Hoher Wettbewerbsdruck

Das Jahr 2011 war das erste Jahr mit einer positiven Beitragsentwicklung nach sechs aufeinanderfolgenden Jahren mit rückläufigen Einnahmen. Gegenüber 2010 legte das Gesamtbeitragsvolumen um 3,5% zu. Die Versicherungswirtschaft bezeichnet die Marktsituation als „besorgniserregend“. Der Anstieg bei den Beitragseinnahmen reiche bei Weitem nicht aus, um „auch nur annähernd“ in die versicherungstechnische Gewinnzone zu gelangen. Dies führen die Assekuranzen auf die hohen Schadenquoten zurück.

Die Schadenquote gibt das Verhältnis von Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle zu verdienten Bruttobeiträgen wider. In der KFZ-Haftpflichtversicherung lag die Schadenquote 2010 bei 103,7%. Das bedeutet, dass die Versicherer insgesamt mehr für die Regulierung von Schäden ausgegeben haben, als sie in Form von Versicherungsprämien einnahmen. In der Vollkaskoversicherung lag die Schadenquote 2010 bei 99,5%, in der Teilkaskoversicherung bei 71,3%.

KFZ-Versicherer am Auto-Standort Deutschland

Kraftfahrzeuge haben in Deutschland nicht zuletzt durch die Präsenz mehrerer global erfolgreicher Autohersteller einen besonderen Stellenwert. Im Jahr 2010 waren mehr als 56 Millionen KFZ zugelassen, 40,4 Millionen davon PKW. Im selben Jahr wurden 2,4 Millionen polizeilich erfasste Unfälle registriert, fast 300.000 davon mit einem Personenschaden.

Jeder Unfall kostete im Jahr 2010 in der KFZ-Haftpflichtversicherung statistisch betrachtet 3418 Euro. In der Vollkaskoversicherung fiel ein durchschnittlicher Schaden in Höhe von 1444 Euro, in der Teilkaskoversicherung kostete ein Schadenereignis im Durchschnitt 660 Euro.

In den letzten Jahren hat die Anzahl der Autodiebstähle in Deutschland wieder zugenommen. 2010 wurden 19500 PKW gestohlen. 2007 waren es noch 16500 gewesen. Zuvor hatte es allerdings einen langjährigen Rückgang bei den KFZ-Diebstählen gegeben. Im Jahr 2000 waren noch 42500 Autos gestohlen worden, 1995 sogar 89.000.

Die KFZ-Versicherung schützt nicht nur Versicherte

In Deutschland ist der Besitz einer KFZ-Haftpflichtversicherung Bedingung für die Zulassung eines Fahrzeugs. Durch die Pflichtversicherung ist die Zahl der laufenden Verträge gemessen am Fahrzeugaufkommen groß, weil jedes Fahrzeug versichert sein muss.  Die KFZ-Versicherung schützt anders als z. B. Eine Hausrat- oder Unfallversicherung nicht nur den Versicherungsnehmer, sondern (über die KFZ-Haftpflicht) auch Dritte. Fügt der Versicherungsnehmer als Autofahrer einer anderen Person z. B. Einen körperlichen Schaden zu, muss die Versicherung für die Schäden haften. Sie schützt damit die geschädigte Partei, die ohne Versicherung auf die Solvenz des Schadenverursachers angewiesen wäre.

In der Branche herrschte im Frühjahr 2011 weitgehende Einigkeit darüber, dass der Preisverfall der zurückliegenden Jahre sich nicht fortsetzen wird. Der Grund für das Erreichen der Talsohle sind die Insolvenzen der beiden Versicherer Ineas und LadyCar (hinter beiden Marken stand die in Amsterdam ansässige International Insurance Corporation). Es handelte sich um die erste Pleite von KFZ-Versicherern in Deutschland.


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